Warum Entstehen Bestandsabweichungen in Schuhgeschäften?

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Warum Entstehen Bestandsabweichungen in Schuhgeschäften? Titelbild

Erfahren Sie die Gründe für die Unterschiede zwischen dem Systembestand und dem tatsächlichen Lagerbestand in Schuhgeschäften, Probleme mit Sortiments- und Größenverwechslungen sowie die Lösungen durch zyklische Bestandszählungen.

Wenn in einem System 12 Paar eines beliebten Schuhmodells angezeigt werden, sich aber im Lager nur 10 Paare befinden, zählt dies zu den häufigsten und kostenintensivsten operativen Problemen im Einzelhandel für Schuhe. Diese Diskrepanz zwischen Buchhaltungs- und Lagerbestand führt nicht nur zu Umsatzverlusten, sondern auch dazu, dass Kunden leer ausgehen und die Markenbindung leidet. Eine einmalige große Jahresendzählung reicht nicht aus, um angesammelte operative Fehler zu erkennen, während die Kosten von Bestandsverlusten das ganze Jahr über getragen werden müssen.

Gründe für Bestandsabweichungen im Schuh-Einzelhandel

Die Schuhbranche zeichnet sich durch eine dynamische Struktur aus, die auf Größen- und Farbvariationen basiert, anstatt einzelne Produkte zu verfolgen. Dies führt zu speziellen Inventarverwirrungen, die in anderen Einzelhandelsbereichen nicht vorkommen. Chaos beim Verkauf oder Nachlässigkeiten bei der Lagerung verursachen, dass die Systemdaten schnell vom tatsächlichen Bestand abweichen.

Falscher Warenausgang und Barcode-Verwechslungen

Barcode-Scanfehler sind die Hauptursache für Bestandsinkonsistenzen. Wenn bei zwei ähnlich aussehenden Modellen beim Kassiervorgang der falsche Barcode gescannt wird, zeigt das System einen zu hohen Bestand bei einem Modell und einen Mangel beim anderen an. Besonders in Zeiten hoher Verkaufsdynamik verschärfen Mitarbeiter, die Barcodes manuell eingeben oder inkonsistente Etiketten am Regal lassen, diese Problematik.

Größenverwechslungen und Falsche Verpackung

Ein chronisches Problem in Schuhgeschäften ist das Verlegen von Schuhen in die falschen Kartons nach Anproben durch Kunden. Zum Beispiel wird ein Paar Damensportschuhe in Größe 38 fälschlicherweise in eine Größe-39-Schachtel gelegt, was beim Verkauf zu fehlerhaften Systemdaten führt. Werden linke und rechte Schuhe in unterschiedlichen Größen verpackt, können beide Paare nicht verkauft werden.

Zusammenfassend: Fehler beim Barcode-Scannen und fehlerhafte Verpackungen nach Kundenanproben sind die kritischsten operativen Fehler, die zu schnellen Verzerrungen im Systembestand führen.

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Erhebliche Bestandsverluste durch operative Prozesse

Bestandsabweichungen entstehen nicht nur an der Kasse oder Präsentationsfläche; von der Wareneingangskontrolle im Lager bis zum internen Versand zwischen Filialen geht häufig Bestand verloren. Ohne umfassende Kontrolle häufen sich diese Verluste exponentiell.

Filialübergreifende Transfers und Retourenprozesse

Bei schnellen Lieferungen zwischen Filialen (Inter-Store-Transfers) führen fehlende Dokumente oder verzögerte Systembestätigungen zu Bestandsfehlern. Wenn z. B. die sendende Filiale den Bestand abbucht, die empfangende Filiale dies aber nicht systemseitig erfasst, entstehen Inventurdifferenzen. Auch retournierte Ware, die ohne Qualitätskontrolle oder Barcode-Aktualisierung ins Lager zurückgeht, führt zu verdeckten Fehlbeständen.

Verlust, Diebstahl und Schäden an Ausstellungsstücken

Diebstahl oder Sicherheitslücken im Geschäft führen direkt zu physischen Inventurverlusten. Außerdem verursacht die Lagerung abgenutzter, verschmutzter oder einzelner ohne passende Größe aufgenommener Ausstellungsware ohne entsprechende Abschreibung ("Scrap" oder "Abfall") Bestandsanomalien, da diese weiterhin als verkaufsfähiger Bestand im System erscheinen.

Zusammenfassung: Nicht genehmigte Filialtransfers, unvollständige Retourenprozesse und fehlende Abschreibungen bei Ausstellungsware vergrößern die Diskrepanz zwischen physischem und digitalem Bestand.

Auswirkungen der Sortimentsstruktur und Saisonumschlaggeschwindigkeit auf die Bestandsgenauigkeit

Im Schuhhandel hängt die empfindlichste Balance in der Bestandsführung von der Größenauswahl und der Geschwindigkeit des saisonalen Umschlags ab. Ohne korrekt geplantes Sortiment wird es schwierig, festzustellen, welche Größen im Geschäft ausverkauft sind.

Herausforderungen bei der Nachverfolgung von Sortiments- und Größenauswahl

Bei Standardgrößenserien in einem Karton (z. B. Damen-Größen 36-40) sind die meistverkauften Mittelgrößen (37 und 38) schnell ausverkauft. Randsorten bleiben meist unverkäuflich im Lager, während das System einen ausreichenden Gesamtbestand anzeigt. Ohne detaillierte Überwachung der Größenverteilung entsteht für Kunden der Eindruck, dass verfügbare Ware nicht vorrätig ist, wodurch System- und Lagerbestand auseinanderdriften. Ähnliche Serienbrüche erschweren auch die Bestandsführung bei Herrensportschuhen oder Kinderschuhen.

Saisonwechsel und Verwaltung der Umschlaggeschwindigkeit

Produkte mit niedriger Umschlaggeschwindigkeit tendieren dazu, bei Saisonwechsel bis zum nächsten Jahr im Lager vergessen zu werden. Beispielsweise werden Kartons mit Damen-Ankle Boots am Ende des Winters ohne ordnungsgemäße Etikettierung eingelagert, was im System zu fehlerhaften Bestandsdaten führt. Eine hohe Umschlaggeschwindigkeit erfordert daher die regelmäßige Überprüfung der im Lager befindlichen Ware.

Zusammenfassung: Veränderte Sortimentsserien und saisonale Einlagerungen ohne korrekte Etikettierung wirken sich negativ auf die Größengenauigkeit im Inventar aus.

Dauerhafte Bestandsgenauigkeit statt Jahresendzählung: Zyklische Bestandszählung (Cycle Count)

Eine einzelne, jährliche Gesamtlagerzählung bei Schließung des Geschäfts beseitigt entstandene Verluste nicht, sondern dokumentiert nur deren Ausmaß. Stattdessen sollte ein über das Jahr verteiltes, periodisches zyklisches Zählverfahren (Cycle Count) angewandt werden.

Methodik und Umsetzung der zyklischen Zählung

Ladenmitarbeiter kontrolliert die Nummer und den Barcode-Aufkleber auf dem Schuhkarton
Falsche Verpackung und Nummernfehler sind die häufigsten Ursachen für Bestandsdifferenzen in Schuhgeschäften.

Die zyklische Zählung basiert darauf, das gesamte Inventar unter einem definierten Kalender in kleine Teile zu gliedern, die täglich oder wöchentlich gezählt werden. Indem jeweils vor Geschäftsbeginn oder nach Geschäftsschluss 15 bis 20 Minuten Zeit für die Zählung eines bestimmten Regals oder einer Marke genutzt wird, bleibt die Bestandsführung zu 99 % korrekt, ohne den Geschäftsablauf zu stören.

Priorisierung kritischer Produkte durch ABC-Analyse

Es ist nicht sinnvoll, alle Produkte mit der gleichen Zählfrequenz zu erfassen. Gemäß ABC-Analyse gilt:

  • Gruppe A (kritische und stark verkaufte Produkte): Die umsatzstärksten oder saisonalen Top-Modelle sollten alle 15 Tage gezählt werden.

  • Gruppe B (mittelmäßig schnell drehende Produkte): Regulär verkaufte, klassische Produkte unterliegen einer monatlichen Kontrolle.

  • Gruppe C (langsam drehende Produkte): Accessoires, Randgrößen oder spezielle Modelle können vierteljährlich gezählt werden.

Fazit: Die Kombination aus zyklischer Zählung und ABC-Analyse entlastet die jährliche Gesamtzählung und ermöglicht die sofortige Erkennung von Bestandsabweichungen.

Den Geschäftserfolg mit digitaler Lieferkette und richtiger Bestandsdisziplin sichern

Die Sicherstellung der internen Bestandsgenauigkeit ist ebenso entscheidend wie die transparente und schnelle Verfügbarkeit von Bestandsdaten in der Lieferkette. Die unmittelbare Nachbestückung fehlender Größen bewahrt das Gleichgewicht im Inventar.

Risikoarme Bestandsführung durch verfügbare Lagerware

Im Großhandel von Schuhen ist es für Einzelhändler ein großer Vorteil, wenn bestellte Ware physisch unmittelbar verfügbar ist. Dank der auf fertigen Lagerbeständen basierenden Bestellmodelle der Plattform können Geschäfte Bedarfe punktgenau decken, ohne übermäßige Lagerbestände zu lagern. Mit mehr als 10.000 Modellen im Plattformangebot lässt sich die Fluktuation im Bestand deutlich erhöhen. Details zu den Abläufen finden Sie auf unserer Seite „Wie es funktioniert“.

Schritt-für-Schritt Fahrplan für eine nachhaltige Bestandsführung

Um die Differenzen bei der Bestandszählung in Ihrem Geschäft zu minimieren, können Sie sofort folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Nach Kundenanproben kontrollieren Sie unbedingt die Schuhgröße und darauf, ob es sich um ein Einzelstück handelt.

  • Ziehen Sie Produkte ohne Barcode oder mit beschädigten Etiketten sofort aus dem Verkaufsbereich und erneuern Sie die Etiketten.

  • Erstellen Sie einen wöchentlichen Kalender für zyklische Zählungen und konzentrieren Sie sich jede Woche auf eine Produktkategorie.

  • Nutzen Sie flexible B2B-Digitallösungen mit verfügbarem Lagerbestand, um fehlende Sortimente schnell auszugleichen. Weitere Tipps finden Sie in unserem How-To Blogbereich.

Fazit: Eine Kombination aus interner Disziplin, regelmäßigen zyklischen Zählungen und verfügbaren Großhandelsbeständen beseitigt Bestandsabweichungen und macht den Geschäftserfolg nachhaltig.

Quellen

Die Informationen in diesem Artikel wurden aus den folgenden Quellen zusammengestellt.

  1. Ministerium für Handel der Republik Türkei

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