Wie Bestimmt Man den Nachbestellpunkt im Schuhgeschäft?

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Wie Bestimmt Man den Nachbestellpunkt im Schuhgeschäft? Titelbild

Bestimmen Sie den Nachbestellpunkt (Reorder Point - ROP) im Schuhgroßhandel korrekt, um Lagerengpässe zu vermeiden und den Cashflow zu sichern. Lernen Sie die Verwaltung von gemischten Größen und saisonalen Lagerumschlagsstrategien kennen.

Einer der kostspieligsten Fehler im Schuh-Großhandel ist es, den Nachbestellprozess erst zu starten, nachdem ein meistverkaufter Schuh komplett ausverkauft ist. Wenn Kunden in Ihr Geschäft kommen und ihre Größe nicht finden, verlieren Sie nicht nur den Verkauf, sondern auch die Kundenbindung zu Ihrer Marke. Der Weg, eine Neuauffüllung durchzuführen, ohne dass der Lagerbestand auf Null sinkt, führt über ein präzise aufgebautes Nachbestellpunktsystem (Reorder Point - ROP). Das ROP-Modell muss speziell für die Schuhbranche entwickelt werden, wobei Größenverteilung, Versandzeiten und saisonale Einschränkungen berücksichtigt werden.

Was ist der Nachbestellpunkt (ROP) und wie wird er berechnet?

Der Nachbestellpunkt ist die kritische Lagergrenze, bei der die Gesamtmenge an Produkten im Bestand eine neue Bestellung auslösen muss. Wenn dieser Schwellenwert korrekt bestimmt ist, trifft die neue Produktlieferung im Geschäft ein, genau wenn der alte Bestand nahezu aufgebraucht ist. So vermeiden Sie Verkaufsausfälle aufgrund von Lagerleere und unnötige Lagerkosten.

Die grundlegende Formel ist klar: Nachbestellpunkt = (Durchschnittliche tägliche Verkaufsmenge x Lieferzeit in Tagen) + Sicherheitsbestand. Im Schuhgroßhandel reicht es jedoch nicht, diese Formel einfach anzuwenden. Der tägliche Umsatz, Wochenendspitzen sowie die Vorbereitung und Versandzeiten des Lieferanten erfordern eine präzise Berechnung.

Grundlagen der Mathematik: Tagesverkauf und Lieferzeit

Die durchschnittliche tägliche Verkaufsmenge wird auf Basis der letzten 30 bis 60 Tage errechnet. Die Lieferzeit umfasst die Dauer vom Auftragseingang bis zur Anlieferung der Ware im Ladengeschäft. Ein Modell, welches täglich durchschnittlich 4 Paar verkauft wird und eine Lieferzeit von 5 Tagen hat, bedeutet beispielsweise, dass während dieser Zeit etwa 20 Paar verkauft werden.

  • Tagesverkaufstrend: Berücksichtigen Sie Unterschiede zwischen Wochentagen und Wochenenden für eine realistische Durchschnittsberechnung.

  • Logistikzeit: Berücksichtigen Sie sowohl Produktions- als auch Verpackungszeiten sowie den Versand in der Gesamtlieferzeit.

  • Auftragsbearbeitungszeit: Integrieren Sie interne Geschäftsprozesse zur Auftragsbestätigung und Einkauf in Ihren Zeitplan.

Kritische Rolle des Sicherheitsbestands in der Berechnung

Der Sicherheitsbestand dient als Puffer gegen mögliche Verzögerungen in der Lieferkette oder unerwartete Verkaufsanstiege. Selbst wenn die Lieferung einige Tage verspätet ist, bleiben Ihre Regale dank des Sicherheitsbestands gefüllt.

Die Höhe des Sicherheitsbestands wird anhand der Verkaufsgeschwindigkeit und der Zuverlässigkeit des Lieferanten festgelegt. Bei stark schwankenden Verkaufszahlen, insbesondere bei beliebten Modellen, sollte der Sicherheitsbestand höher angesetzt werden, um betriebliche Risiken zu minimieren.

Zusammenfassend ergibt sich der Nachbestellpunkt aus dem Produkt von täglichem Verkaufstempo und Lieferzeit zuzüglich Sicherheitsbestand. Dadurch wird das Risiko eines Lagerausfalls vollständig ausgeschlossen.

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Einfluss von Sortimentsmischung und Größenverteilung im Schuhgroßhandel

Anders als im allgemeinen Einzelhandel lässt sich im Schuhgroßhandel der Lagerstand nicht allein anhand der Gesamtstückzahl verfolgen. Ihr Geschäft kann beispielsweise 50 Paar Schuhe auf Lager haben, wenn aber alle davon Größe 36 oder 40 sind, gilt das Geschäft praktisch als leer. Daher sind bei Nachbestellpunkten Sortimentsmischung und Größenverteilung entscheidende Faktoren.

Großbestellungen umfassen standardmäßig Serien mit bestimmten Größenverhältnissen. Allerdings verteilt sich die Kundennachfrage nicht gleichmäßig über alle Größen. Die meistverkauften mittleren Größen, auch als „Basisgrößen“ bezeichnet, sind schnell ausverkauft, während die kleineren und größeren Größen häufig liegen bleiben.

Früher Ausverkauf der meistverkauften Größen (Basisgrößen)

Im deutschen Markt sind bei Damenschuhen üblicherweise die Größen 37 und 38, bei Herrenschuhen 41 und 42 die mit dem höchsten Verkaufsvolumen. Wenn diese mittleren Größen ausverkauft sind, verliert ein Modell, selbst wenn es präsentiert wird, etwa 70 % seines Verkaufspotenzials.

Bei der Nachbestellentscheidung sollte nicht die Gesamtstückzahl, sondern der Lagerbestand kritischer Größen betrachtet werden. Erreichen zum Beispiel die Größen 37 und 38 den Ausverkaufspunkt, gilt die Nachbestellung unabhängig von der Gesamtmenge als ausgelöst.

Risiko unvollständiger Sortimente und Nachfüllstrategien

Ein unvollständiges Sortiment entsteht, wenn die kritischen Größen ausverkauft sind und nur noch weniger gefragte Größen verfügbar sind. Dies führt zu Lagerüberbeständen und gebundenem Kapital.

Um dies zu vermeiden, sollten Sie mit Lieferanten flexible Nachfülloptionen verhandeln oder digitale B2B-Plattformen mit schnellen Lieferzeiten nutzen. Nachfüllbestellungen sollten auslösen, bevor das Hauptsortiment bricht.

Fazit: Die Lagerverwaltung im Schuhgroßhandel muss nach Größen aufgeschlüsselt erfolgen. Sobald die Basisgrößen ausverkauft sind, ist der Artikel nicht mehr verkäuflich.

Umschlagshäufigkeit bei saisonalen Modellen

Die Lebensdauer von Schuhmodellen hängt direkt von der Saison ab. Eine Nachbestellstrategie, die für saisonale Modelle gilt, kann nicht eins zu eins auf dauerhaft gefragte Modelle übertragen werden. Hier kommt die Saison- und Lagerumschlagsteuerung ins Spiel.

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Rechtzeitig geplante Bestellungen gewährleisten einen unterbrechungsfreien Warenbestand im Laden und Kundenzufriedenheit.

Die Lagerumschlagsrate misst, wie oft der Bestand in einem bestimmten Zeitraum erneuert wird. Eine hohe Umschlagshäufigkeit zeigt, dass der Cashflow gesund ist und Kapital effizient genutzt wird.

Verkaufsfenster bei saisonalen Produkten wie Stiefeletten oder Sandalen

Das Verkaufsfenster für saisonale Produkte beträgt in der Regel 3 bis 4 Monate. Zum Saisonbeginn der Wintersaison wird in der Kategorie Damen-Stiefeletten mit einem hohen ROP gearbeitet, der im weiteren Saisonverlauf schrittweise gesenkt wird.

Im September und Oktober erfolgen häufig Nachbestellungen, während ab Januar Nachbestellungen vermieden werden sollten, da sie das Risiko von Überbeständen am Saisonende erhöhen. Gleiches gilt für die Sommersaison bei flachen Damen-Sandalen.

Berechnung der Lagerumschlagsrate zur Saisonmitte und Trendmonitoring

Zur Saisonmitte sollte die Lagerumschlagsgeschwindigkeit wöchentlich überprüft werden. Wenn ein saisonales Modell die angestrebte Umschlagsrate unterschreitet, sollte der Nachbestellpunkt nicht erhöht werden, sondern der Fokus auf den Abverkauf des Restbestands gelegt werden.

  • Anfang der Saison: Sicherheitsbestand hoch halten, Bestellung flexibel gestalten, um rasch auf Nachfrage zu reagieren.

  • Mitte der Saison: Nachfüllbestellungen nach Verkaufsvolumen tätigen und Umschlagsrate überwachen.

  • Ende der Saison: Nachbestellpunkte schließen, Lager mittels Rabatten und Aktionen leeren.

Zusammenfassung: Bei saisonalen Schuhen sollte der Nachbestellpunkt im Verlauf der Saison schrittweise gesenkt werden. Späte Bestellungen erhöhen das Risiko von Lagerüberbeständen.

Nachbestellszenarien je nach Produktkategorie

Verschiedene Schuhkategorien haben unterschiedliche Verbraucherverhalten und Lieferprozesse. Daher führt die einheitliche Anwendung eines einzigen ROP-Formulars auf alle Kategorien zu falschen Ergebnissen. Analysieren wir die Unterschiede anhand typischer Szenarien.

Modelle, die ganzjährig nachgefragt werden, und kurzlebige Modetrends haben völlig unterschiedliche Lieferzeitpunkte. Zwei Beispiele verdeutlichen dies.

Dauerhaft nachgefragte Sportschuhe mit kontinuierlicher Versorgung

Betrachten wir folgendes hypothetisches Beispiel: In der Kategorie Damen-Sportschuhe vertreiben Sie ein schwarzes Basismodell. Dieses verkauft sich das ganze Jahr über wöchentlich durchschnittlich 14 Paar (2 Paar täglich). Die Lieferzeit des Lieferanten beträgt 4 Tage, der Sicherheitsbestand ist auf 6 Paar festgelegt.

Der Nachbestellpunkt errechnet sich zu ROP = (2 x 4) + 6 = 14 Paar. Sobald Ihr Lagerbestand 14 Paar erreicht, geben Sie eine neue Bestellung auf. Während der Lieferzeit werden 8 Paar verkauft; so dass bei Lieferanlieferung Ihr Sicherheitsbestand von 6 Paar erhalten bleibt und der Verkauf ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann.

Zeitliches Szenario für Winterstiefel und Sommerschsandalen

Im zweiten Beispiel analysieren wir ein beliebtes Stiefelmodell im November. Der Tagesverkauf ist in diesem Monat auf 6 Paar gestiegen. Die Lieferzeit beträgt weiterhin 5 Tage, der Sicherheitsbestand aufgrund des Saisonrisikos 10 Paar.

Dadurch ergibt sich ein Nachbestellpunkt von ROP = (6 x 5) + 10 = 40 Paar. Sinkt der Tagesverkauf allerdings bis Ende Januar auf ein Paar, sollte der ROP entsprechend angepasst und unnötige Nachbestellungen vermieden werden.

Fazit: Bei Basismodellen im Sportbereich kann ein relativ konstanter ROP verfolgt werden. Bei Mode- und saisonalen Artikeln ist eine monatliche Aktualisierung des ROP notwendig.

Optimierung der Lieferkette zur Reduzierung von Lagerrisiken

Die größte Variable bei der Berechnung des Nachbestellpunkts ist die Lieferzeit. Je kürzer diese Zeit ist, desto geringer ist der erforderliche Sicherheitsbestand und damit der gebundene Kapitalbedarf. Traditionelle Großhandelprozesse mit physischen Besuchen und langen Produktionszeiten verlängern diese Zeit.

Heutzutage haben digitale B2B-Plattformen die Lieferzeiten wesentlich verkürzt. Die Nutzung einer effizienten Lieferinfrastruktur wirkt sich direkt auf die Rentabilität Ihres Geschäfts aus. Für detailliertere operative Tipps können Sie unsere How-To Anleitungen einsehen.

Einfluss der Geschwindigkeit digitaler Großbestellungen auf Lagerkosten

Über digitale Großhandelsmarktplätze sind sofort verfügbare Lagerartikel in wenigen Stunden statt Tagen erhältlich. Dank des Angebots ausschließlich verfügbarer Artikel bei Bulkoon werden Bestellungen schnell versandt und mit kostenlosem Versand an 81 Standorte deutschlandweit geliefert. Reduzierte Lieferzeiten senken den ROP und minimieren gebundenen Lagerbestand.

Mit über 100 verifizierten Lieferanten und mehr als 10.000 Modellen ermöglicht die Plattform Händlern eine schnelle Nachfüllung der gebrochenen Sortimente. Um den Ablauf zu verstehen, besuchen Sie die Bulkoon Wie es funktioniert-Seite.

Passendes Lieferantennetzwerk und flexible Zahlungsoptionen

Beim Nachbestellen ist es auch wichtig, den Cashflow nicht zu überlasten. Flexible Zahlungsoptionen wie 3- oder 6-monatige Ratenzahlungen zum Barpreis erleichtern es, neue Waren ohne Budgetdruck zu beziehen.

Ladenleiter kontrolliert die Lagerbestände von schuhkartonierten Schuhen im Lagerbereich mit einem digitalen Tablet. (andere Komposition)
Rechtzeitig geplante Bestellungen gewährleisten einen unterbrechungsfreien Warenbestand im Laden und Kundenzufriedenheit. - andere Szene

Der Einsatz zuverlässiger und geprüfter Hersteller minimiert Risiken durch Lieferverzögerungen und hält die Kosten für Sicherheitsbestände niedrig.

Zusammengefasst: Digitale Lieferkanäle mit schnellem Versand und sofortigem Lager reduzieren Lieferzeiten und somit auch den Bedarf an Sicherheitsbeständen und Kapitalbindung.

Nachhaltige Nachbestellstrategie für Ihr Geschäft

Eine korrekte Steuerung des Nachbestellpunkts schützt Ihr Einzelhandelsgeschäft vor saisonalen Schwankungen und Krisen. Erfolgreiche Lagerführung basiert auf kontinuierlicher Datenverfolgung und nicht auf Bauchgefühl.

Die Nachverfolgung der Verkaufsgeschwindigkeit pro Größe über ein Lagerverwaltungssystem oder eine Excel-Tabelle ist der Schlüssel zu langfristiger Profitabilität.

Datenbasierte Lagerüberwachung

Analysieren Sie wöchentlich Verkaufsberichte und prüfen Sie die Größenverteilungen Ihrer Top 10 meistverkauften Modelle. Starten Sie sofort den Nachbestellprozess für Modelle, die sich dem Schwellenwert nähern.

Notieren Sie die Lieferzeiten Ihrer Lieferanten. Erhöhen Sie bei träger Lieferung den Sicherheitsbestand entsprechend.

Planung für die nächste Saison

Bewerten Sie am Saisonende, bei welchen Modellen die ROP-Berechnung gut funktioniert hat und wo Sortimentslücken entstanden sind. Diese Daten helfen Ihnen, das Einkaufsbudget für die kommende Saison präzise zu planen.

Fazit: Der Nachbestellpunkt ist ein dynamischer Prozess, der in Kombination mit datenbasierter Verfolgung und flexiblen Lieferkanälen die beste Grundlage für Einzelhandelserfolg bildet.

Quellen

Die Informationen in diesem Artikel wurden aus den folgenden Quellen zusammengestellt.

  1. T.C. Ministerium für Handel
  2. TÜIK - Industrieproduktionsindex

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